Montag, 27. Oktober 2008

Weitere RohRohRoh-Diamanten..

... und andere Schätze stets zu finden hinter diesem Wort

LogIn öffne Dich

AA: Was hälst du von einem LogIn-Sharing für kostenpflichtige Dienste im Web?
  • SS: Schwer zu koordinieren, weil öffentliches gut, oder?
AA: Wieso öffentliches Gut? Eher Maut-Gut. Keine Rivalität im Konsum aber Ausschließbarkeit.
Ich kaufe mir einen Zugang für einen Dienst, nutze ihn, verkaufe ihn weiter für einen geringeren Preis. Wenn ich mich geschickt anstelle, muss ich selber nichts zahlen und kann den Dienst trotzdem nutzen. Wie eine Mitfahrgelegenheit nur dass du nicht siehst wie viele Leute noch im Auto sitzen.
  • SS: wenn ich dir meinen account verkaufe, wie oft kann ich den dann weiterverkaufen? sehr sehr oft. du kannst ihn ebenso oft verkaufen. der log-in ist eine information, die ohne grenzkosten vertrieben wird. tragisches ende der meisten öffentlichen güter ist dann das unterangebot. oder?
AA: Müsste in diesem Zusammenhang nicht auch der Zeitpunkt von interesse sein?
Selbst wenn es ein öffentliches Gut wäre, könnte die Untervorsorgung unbeachtet bleiben, wenn ein gewisser Leidensdruck bestünde. "Ich kann einfach nicht länger warten bis das Gut zur Verfügung gestellt wird."
zb. eine neue Schule soll gebaut werden und in zwei Jahren fertig sein. Mein Kind soll aber schon in einem Jahr eingeschult werden. Nun bin ich bereit viel Geld für eine Privatlehrerin auszugeben, gleich ob die anderen Kinder sie auch mit nutzen oder nicht. (wir nehmen an es besteht keine Rivalität im Unterrichtskonsum). Ob die anderen Eltern sich beteiligen weiß ich in dem Augenblick in dem ich die Lehrerin miete noch nicht.
Natürlich wäre es schön, aber es beeinflusst nicht meine Entscheidung ob ich eine Lehrerin buche oder mein kind ein Jahr zu Hause sitzen lasse.

Übertragen auf den Login-Share würde das so aussehen: Ich brauchte den Login jetzt. Ich bin anyways bereit zu zahlen. Im Augenblick in dem meine private Nutzung gesichert ist, gebe ich es von mir aus zur öffentlichen Nutzung frei. Der Anreiz dies zu tun, ist pures Geldverdienen. So würde ich aus einem privaten Gut ein öffentliches Gut machen und alle würden profitieren.

Angepasst - aufgepasst

Wer nicht wagt der nicht gewinnt und wer besitzt, der nicht wagt.

Warum tendieren wir dazu kein Risiko einzugehen? Warum lechzen wir nach Sicherheit? Was haben wir denn eigentlich zu verlieren?

Herr Otto Normalo, grade aus der Schule entlassen, steht nun vor der Entscheidung wie es weiter geht. Er hat Angst die Erwartungen seiner Eltern nicht zu erfüllen. Ausserdem möchte ja auch er eines Tages ein schönes Leben führen. Ohne Studium bist du doch nichts heutzutage. Aber welches Studium? Er entscheidet sich für BWL. Damit kann man keine Fehler machen, damit geht man kein Risiko ein. In den nächsten Jahren, wird Otto nun Dinge studieren, die ihm nie vor Spannung die Bäckchen rot werden lassen werden. Aber Otto weiß ja wofür er es macht. Alle seine Freunde machen es ja genau so.
Nach zwei Semestern, liest er einen Artikel über Timbuktu. Er verspürt Abteuerlust und ist überrascht. Er möchte ins Ausland. Aber Timbuktu ist wirklich zu gefährlich. Ausserdem kann er dort keine Scheine machen und würde wichtige Lebenszeit verlieren. Otto entscheidet sich nach St.Gallen zu gehen. Das macht sich gut im Lebenslauf und ist ja auch Ausland. Kurz vor seinem Abschluss, back in Germany, lernt er auf einer Party ein Philipinisches Mädchen kennen mit Namen Lara Soft. Er verliebt sich auf den ersten Blick. Lara fragt ihn ob er mit ihr auf die Phillipinen kommen möchte. Ihre Eltern haben dort einen Fischreibetrieb und ihr Vater könnte ihm beibringen, wie man fischt.
Es ist Nacht: Otto liegt wach. Versucht zu unterdrücken was ihn bedrückt. Er hat Lara gesagt, dass er nicht mit ihr gehen kann. Er kann das einfach nicht riskieren. Wozu hat er denn all die Jahre studiert wenn er jetzt nichts draus macht?
Wie geht es weiter? Ich sag es euch:
Otto wird eine neue Frau kennen lernen, er wird heiraten, er wird zwei kleine Mädchen bekommen, diese Mädchen werden studieren, er wird ein schönes Auto fahren, er wird in den Ruhestand gehen, er wird auf der "Alten-Fähre" eine Kreuzfahrt machen, er wird müder, er wird müder, er wird müder, er wird streben..

Was besaß Otto am Anfang? Nichts. Oder doch! Einen Kopf! Reicht schon ein Kopf als Besitz, um kein Risiko mehr einzugehen? Reicht Intellekt um sich an ein Leben ohne Risiko binden zu lassen? "Mach was draus" tönten die Erwartungen seiner Umwelt. Woraus denn?

Beitragende